Henk Reisen

Bohnen auf den Augen

Was man manchmal so alles übersieht: Termine, rote Ampeln, unangenehme Bekanntschaften auf der Straße…

Wenn man aber übersieht, dass einem der eigene Downloadserverbetreiber eine tolle Vertriebsmöglichkeit an die Hand gibt, die die Henk-Reisen-Philiosophie perfekt abbildet, dann ist man selber Schuld und muss das dann später gegenüber seinen Lesern und Hörern offen eingestehen. Was hiermit erfolgt.

Worum geht’s? Seit einiger Zeit gibt es hier auf henkreisen.de die Möglichkeit, einzelne Songs oder ganze Gebinde von Musikstücken in Albumform käuflich zu erwerben. Abgewickelt wird die Transaktion über bandcamp.com, die dafür ein zuverlässiges und seriöses Tool zur Verfügung stellen. Bislang musste hier zum Festpreis von 99 Cent pro Song oder 4,99 Euro pro EP zugeschlagen werden. Viel besser zu Henk Reisen passt es allerdings, wenn man – wie problemlos möglich und bislang aus Übersehensgründen nicht genutzt – seinen Hörern die Wahl lässt, wie viel sie zahlen möchten. Fehler sind dafür da, um korrigiert zu werden: So gibt es jetzt die Möglichkeit, die Songs zu einem beliebigen Preis herunter zu laden.

Wer 99 Cent zahlen möchte: Bitteschön!
Wer einen freiwilligen Aufschlag zur künstlerischen Unterstützung draufsatteln möchte: Aber sehr gerne doch!
Wer gar nicht bezahlen möchte: Aber klar, auch möglich!

Man kann die Musik nämlich auch umsonst herunter laden und muss dafür lediglich seine Mailadresse angeben – die dann ausschließlich von Henk Reisen für die eher seltenen Newsletter verwendet wird, so dass auch diese “Investition” überschaubar ist.

Change It!

Change it, (ver)ändere es! Der neueste Zugang im Henk-Reisen-Kosmos gehört in die Kategorie Agit-Prop: Eine einschmeichelnde Melodie trägt den Aufruf, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Bürgerengagement statt Bevormundung, Teilhabe statt Gleichgültigkeit, “wir alle” statt “die da oben”. Angesichts der in jedem Henk-Reisen-Song mehr oder weniger deutlich vorhandenen Bezüge zur Musik der Sechziger sicherlich kein allzu ausgefallenes Motiv.

Wer daraus jetzt eine Aufforderung zum Generalstreik ableitet: Bitteschön! Wer meint, er müsse in eine Partei eintreten: Warum nicht? Wer sich der nächsten Bundesversammlung als Präsidentschaftskandidat stellen möchte: Aber gerne doch! Wer hingegen einfach nur in Ruhe Musik hören, den Stellvertreter-Empörungs-Effekt mitnehmen und das musikalische Beruhigungsmittel genießen möchte: Korrekt, dafür sind wir Musiker im Jahre 2010 doch da.

Die Zeiten sind nun wirklich lange vorbei, in denen Musik aufwühlen, aufpeitschen und zur Revolution aufrufen wollte, konnte und ohne Peinlichkeit durfte. Heute benutzt man Rock’n’Roll als Taktgeber für die Step Aerobic und hört Hip Hop beim Nordic Walking. Schade, aber: The times they are a-changing. Und auch das bekommen wir wieder verändert, wenn wir nur wollen…

Instrumentarium:
Haupt- und Hintergrundgesänge, Comboorgel (Roland JV-1080), etliche Spure akustischer und elektrischer Gitarren (E-Gitarre: Guild S-300), Bass (Danelectro DC), Händeklatschen, Schellenkranz, programmiertes Schlagzeug

Cover-Artwork: die alex

Diesen Song herunter laden

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Why Not Win?

Old School und New School: Ein Konflikt, der noch Ende der 90er zu wilden Glaubenskriegen nicht nur innerhalb der HipHop-Fraktion unter den Musikliebhabern geführt hat, ist heute längst im allgegewärtigen samplen, retroisieren, zitieren, munteren mischen und zufälligen zusammenkleistern untergegangen. Intertextualität quer über Zeitalter-, Stil und Genregrenzen hinweg ist Trumpf.

So panscht einem aus dem Radio eine Einheitssoße entgegen, die einem die Gehörgänge dermaßen verkleistert, dass man oft nur noch zwei Möglichkeiten hat: Die Kapitulation in Form von akustischer Unterwerfung unter die nach Maßstäben der geringsten Hörerverprellung zusammengestellten Programmschemata – oder die gelebte Umsetzungs des Ärzte-Klassikers “Radio brennt”. Angesichtes meines schönen alten Küchenradios fällt letztgenannte Alternative zwar aus, aber eben dieses “Aus” ist oftmals auch das entscheidende Stichwort im Umgang mit eben jenem Audiomöbel.

Nun wäre dieser schnucklige kleine Musikblog sicherlich der letzte Ort, an dem man eine ernsthafte Kritik am Zusammenkauben und Neuverschrauben, an intertextuellen Bezügen und Selbst- wie Fremdreferenzialität vermuten und erwarten darf. Im Gegenteil: Hier werden Hoch-, Runter- und Querverweise groß geschrieben und das Neukombinieren von Bekanntem zelebriert. Der Unterschied: Wem’s hier bei henkreisen.de nicht gefällt, der soll gefälligst woanders surfen. Mit dieser Maxime ist aber kein kommerzielles Radio zu betreiben.

Was hat das ganze mit einem neuen Song zu tun? Why Not Win”, das neuste Produkt aus dem Hause Henk Reisen, soll genau nach diesem Motto zusammenbringen was eigentlich nicht zusammen gehört: HipHop-mäßig Electro-Dums mit ungeölt quietschender Wah-Wah, analoge Vocal-Orgie in “0oohs”, “Aaahs” und “Sha-La-Las” mit digitalem Geschnörkel. Ich hoffe natürlich trotzdem, dass es gefällt ;-)

Diesen Song herunter laden

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Danke!!

Wenn ich mir die Kommentare zu meinen Blogeinträgen ansehe, denke ich manchmal, ich schreibe in den leeren Raum und ob und was ich schreibe, ist leztlich völlig wurst, da es eh keinen interessiert. Ganz anders denke ich, wenn ich mir die Zugriffszahlen für diese kleine Webpräsenz anschaue: Monat für Monat werden im Durchschnitt über 5200 Seiten angesehen (Pageimpressions), über 2600 Besuche (Sessions) kann ich verzeichnen!

Ich muss das ganze zwar erst einmal Paroli laufen lassen, aber bis dahin sage ich ganz im Sinne von Horst Hrubesch schon mal genau ein Wort: Vielen Dank! ;-)

Softwarekabel

„Sie sind neu! Sie sind frisch! Sie sind Softwarekabel!“

Diese jubelarienartige Zeitungsüberschrift haben wir wohl alle auf den Titelblättern der meinungsbildenden Druckindustrie vermisst, die ein neues Projekt von Henk Reisens Henk in Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Künstler und Junk-Mail-Mastermind Spoxo hätten ankündigen können. „Jimbob Pippilotta“ heißt die erste Single, die ab sofort zum käuflichen Download in allen gängigen Downloadshops zur Verfügung steht.

Softwarekabel schenken der Welt aber nicht nur einen brillanten neuen Song, sondern ganz nebenbei auch noch eine ganz neue Kunstform: Das Video zu „Jimbob Pippilotta“ wurde als erstes Video der Welt in der neuen Spovie-Technologie produziert. Als Trägermedium dient der klassische Tesafilm, mit dessen Hilfe Pigmente von Illustriertenseiten abgetragen und in collagierter Form rekombiniert werden – Lo-Fi-Sampling für die Augen, sozusagen.

Weitere Infos und die Downloadlinks für Softwarekabel gibt es unter www.softwarekabel.com.

Round & Round


Montag, 29.März, 11.20 Uhr in der “Kraak van van Dam“, Oosterbierum, Friesland, Niederlande: Mit Feuereifer setzt sich ein Mann an seine Gitarre und findet ein kurzes Riff, dass er nur zwei Wochen später mit weiteren Instrumenten und Gesang garniert unter dem Titel “Round & Round” auf seiner Internetseite veröffentlichen wird.

Dem fertigen Song wird man später nicht anhören, dass das verzerrte Gitarrenbrett keinesfalls von einer E-Gitarre, sondern von einer Konzertgitarre geliefert wird, die durch eine Speakersimulation gejagt wurde (Großartig! Ob ich diesen bissigen, ambivalenten Sound mit einer Stromgitarre auch so hinbekommen hätte?!?). Auch ein weiteres kleines Entstehungsanekdötchen kann man kaum heraushören, so dass man auf das bereitwillige Aus-dem-Nähkästchen-Geplauder des Verursachers angewiesen ist (was angesichts vorhandener eitler Geschwätzigkeit nicht lange auf sich warten lässt): Beeinflusst von einer gerade zu Ende gelesenen Sonic-Youth-Biographie habe ich mich gitarristisch einmal auf dem Feld der alternativen Stimmmethoden umgesehen. Bei “Round & Round” kommt also eine F#-F#-F#-F#-B-E-Stimmung zum Einsatz.

Wer aus der raschen Übertragung des Gelesenen in den eigenen Sound jetzt schließen möchte, dass ich ob der im Anschluss erfolgten Lektüre der Autobiographie von James Last nun schon über Big-Band-Arrangements brüte, liegt zwar falsch, ist aber dennoch herzlich eingeladen, eine kostengünstige aber spielfreudige Big Band zu vermitteln. Schön wär’s schon… ;-)

Instrumentarium: Haupt- und Hintergrundgesänge, verzerrte und unverzerrte Akustikgitarre, Comboorgel, Synthesizerflächen und -streicher, Orgelbässe, Händeklatschen, Schellenkranz und sonstiges Rhythmusgedengel, programmiertes Schlagzeug

Diesen Song herunter laden

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Blue Jeans

Es sind die wohl meist getragenen Hosen der Welt: Blue Jeans. Ob in Röhren-Passform, Karotten-Optik, als Baggies oder als Stretch-Jeans, ob dark dyed, stonewashed, moonwashed, ob von Levi’s, Wrangler, Diesel oder Jeans Fritz: Die Nietenhosen aus köperbindiger Baumwolle haben völlig zurecht die Welt erobert.

Erstaunlich eigentlich, dass es in der Popmusikhistorie bislang gar nicht soooo viele Songs über das populäre Beinkleid gibt, wie man eigentlich erwarten sollte. Um so wichtiger, endlich wieder mal eine entsprechende Hymne zu veröffentlichen, die den Jeans ein passendes, funky und sexy Denkmal setzt.

Instrumentarium: Haupt- und Hintergrundgesang, Wah-Wah-Gitarren (Fender Musicmaster), Bass mit und ohne Wah Wah (Danelectro DC), knarziger Synthesizer (Kawai K1), Schellenkranz und programmierte Drums.

P.S.: Der Song ist für die ersten 50 Nutzer frei herunterladbar, danach wird der Downloadlink entfernt. Natürlich kann man ihn aber jederzeit kostenlos auf dieser Internetseite anhören, das gehört wie immer zum Service.

P.P.S.: Hiermit starte ich eine kleine Umfrage: Wenn oben davon die Rede war, dass es gar nicht so wahnsinnig viele Jeans-Hosen-Songs gibt, dann frage ich mich: Welche kennt man denn überhaupt? Mir fällt genau einer ein: „Jeans On“ von … ja von wem eigentlich? Und gibt es noch mehr? Wer kann helfen? Antworten wie immer per Kommentar. Googeln gildet übrigens als verpönt!

Diesen Song herunter laden

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

CD-Veröffentlichung auf WOM

Vorab: Wer sich lange Texte sparen möchte und einfach nur die neue Henk-Reisen-CD kaufen möchte, kann jetzt ein paar Dezimeter nach unten scrollen oder hier klicken!

Media Markt, Saturn & Co. haben ihn klein gekriegt: Den gutsortierten Plattenladen nebenan. Jeder Musikliebhaber vermisst ihn, und wenn man nicht gerade den Rockstore in Essen-Steele in der Nachbarschaft hat, dann bleibt nur eins: Die Online-Variante. Aber auch hier ist die Auswahl ebenso groß wie die Chance, skrupellosen Geldmachern aufzusitzen, die ihre virtuellen Regale für ein paar Mark, Euro, Dollar oder Yen ohne zu zucken mit Nazipropaganda und ähnlichem Rotz füllen.

Wie wohltuend, wenn man dann die Online-Variante des sympathischen, langhaarigen, evtl. sogar selbstgedrehte Zigaretten rauchenden Musikliebhabers und-händlers um die Ecke kennt: jpc aus Georgsmarienhütte heben sich mit ihrem wohlsortierten Angebot und absolut fairen Preisen sehr wohltuend von den Gigakonzernen aus Usa ab und sind damit meine Wahl Nr. 1 beim Plattenkauf im Internet. Profis mit Herz, sozusagen.

Was für ein Zufall, wird da der ein oder andere denken: Sind jpc.de nicht genau diejenigen gutaussehenden Geldbeutelschoner aus Niedersachsen, die einem erfrischenden jungen Musikus aus dem Ruhrgebiet als Label diejenige Unterstützung im Kampf gegen die überflüssig hochgepushten Megaseller bieten, die ein erfrischender junger Musikus aus dem Ruhrgebiet benötigt? Kann es etwa sein, dass der gar nicht ganz so erfrischende, mittelalte Musikus in seiner Einschätzung nicht 100%ig neutral ist? Ist der olle Knödelmucker mit seinen welken Songs vielleicht gar gekauft?

Ja. Und nein. Das zu jpc gehörende Label WOM ist tatsächlich “mein” Label. (Die hervorragende Idee der Leute dort, mit www.indiewerk.de ein Label für Jedermann zu schaffen, ist schlichtweg großartig.) Da ich außerdem Teilnehmer des jpc-Partnerprogramms bin, profitiere ich auch von jedem Einkauf, der über die auf meiner Seite vorhandenen Links getätigt wird. Neutral bin ich also in der Tat nicht.

Gekauft aber auch nicht, denn die elaboriert elogierten Lobeshymnen oben entsprechen voll und ganz meiner Überzeugung. Ist doch klar, dass mir ein unternehmergeführtes mittelständisches Unternehmen aus einem befreundeten Bundesland sympathischer ist als Weltkonzerne wie Amazon & Co. – so viel zu den weichen Faktoren. Wer darüber hinaus schon mal einen Preisvergleich (z.B. auf laut.de) durchgeführt hat, der hat das schwarz-weiß-grüne Logo von jpc mit Sicherheit schon einmal zu Gesicht bekommen und einen oftmals erstaunlich niedrigen Preis daneben entdeckt – die harten Fakten stimmen also auch. Und a propos “schwarz-weiß-grün”: Wenn sich ein Unternehmen in die Farben der einzig wahren Borussia, nämlich der vom Niederrhein kleidet, dann kann es doch nur ein gutes sein.

Lange Rede, kurzer Sinn: Das lang angekündigte “Best of…”-artige Henk-Reisen-Album “Sicher reisen mit Henk Reisen” ist ab sofort käuflich erhältlich über jpc.

Wer beim CD-Hören dann gerne noch im Henk-Reisen-Style herumtanzen möchte, kann diesen Wunsch mit den originalen Henk-Reisen-Shirts von unserem Merchandising-Partner Spreadshirt wahr werden lassen.

Share/Bookmark

Copyright © 2010 by: Henk Reisen • Design by: BlogPimp / Appelt Mediendesign • Benutzer: anmelden • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.