One Love
Henk Reisen – viele werden es bereits wissen – heißt vor allem deshalb “Henk Reisen”, weil in diesem schrulligen kleinen Musikblog unter der Reiseleitung von Käpt’n Henk musikalische Ausflüge in bekannte und unbekannte Gefilde unternommen werden. Der Törn von “One Love” Henk Reisen geht zum ersten Mal in eine Richtung, die bislang kaum eingeschlagen wurde. Der Auftakt der EP “Voices” weist eindeutige Bezüge zum R’n'B moderner Prägung auf: Ein smoother, langsamer Beat, Bass, E-Piano, akustische Gitarre und ein kleines Bisschen Synthesizerei reichen aus, um … ach, hört’s euch doch einfach selbst an!
The Secret,
der zweite Titel der EP “Voices”, ist im Vergleich dazu ein deutlich elektronischerer Vertreter seiner Zunft. Höher und tiefer gepitchter (für technisch und aksutisch Versierte genaugenommen “formantenverschobener”) Gesang, Vocodereinsatz, synthetische Arpeggien: Viele Elemente lupfen kurz den Hut vor den Erzeugnissen der frühen Elektronsichen Musik, vor Klaus Schulze, Jean-Michel Jarre, vor der Düsseldorfer und der Berliner Schule der EM. Im Mittelteil (dem “Ba-Dub-Ba-Dab”-Teil) erfolgt mit einem stampfenden, von 4/4-Beckenschlägen nach vorne gepeitschten Beat noch ein kurzer Gruß an die Vertreter der deutlich jüngeren Big-Beat-Fraktion, ehe sich im Zwischenteil mit einem Wobble-Bass in zeitgemäß dubsteppiger Weise ausgetobt wird. Ganz schön viel, für einen einzelnen Song? Nicht, wenn man es doch irgendwie unter einen Hut bekommt! Und wem das zu viele musikalsiche Fremdworte und krude Verweise waren, mag sich damit trösten, dass man das ja auch alles ganz anders sehen kann – egal was der Künstler meint.
N’titled
ist eine Intrumentalnummer im trancig-ambientigen Stil. Tiefe Pianoklänge, sonarartige Noisesounds, 303iger Bass, hohes Synthgefrickel und dazwischen viel Licht und Luft buhlen um Aufmerksamkeit.
The Strong Refrains The Name
Immer wieder gern mal unterschätzt wird – das kann ich an dieser Stelle ja durchaus mal ausführen – der entscheidende Einfluss von Drumsounds auf die Wahrnehmung der Gesamtproduktion. Das vorliegende Oevre bietet Anschauungmaterial: Ein Großteil des klanglichen Ausgangsmaterial ist nämlich absolut handgemacht: Die von Beginn an sehr präsentent Percussions (Bongos, Schellenkranz, Triangel), vier Gitarrenspuren (funky Rhythmusgitarre, Slideguitar sowie zwei synchrone “Moooooap”-Rutscher) und noch Gesang. Trotzdem hat man mit dem Einsetzen der Drums und des Basses ein eher elektronisches Feeling. Spannend, nicht? Nein, nicht? Na dann halt nicht…! ;-)
Slowbreak
ist eine etwas chillige, ambientige Electronica-Nummer mit deutlichen Referenzen an die Elektronik-Pioniere der 70er. Das ganze Dingen schäumt über von Synthesizern, für die ich meine lang gehegte Leidenschaft noch einmal ganz neu entdeckt habe.
Inner Voices
ist ein Song, in dem sich zwei konkurrierende Basslines finden, die wechselweise um die die Vorherrschaft im Song kämpfen. Wer darin eine völlig unsubtile Widerspiegelung der textlichen Kräfteverhältnisse erkennen mag, ist sicherlich nicht auf dem Holzweg.







