Henk Reisen

Eklektro-Akustik

2. November 2012
von Henk
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Voices (EP)


One Love

Henk Reisen – viele werden es bereits wissen – heißt vor allem deshalb “Henk Reisen”, weil in diesem schrulligen kleinen Musikblog unter der Reiseleitung von Käpt’n Henk musikalische Ausflüge in bekannte und unbekannte Gefilde unternommen werden.  Der Törn von “One Love” Henk Reisen geht zum ersten Mal in eine Richtung, die bislang kaum eingeschlagen wurde. Der Auftakt der EP “Voices” weist eindeutige Bezüge zum R’n'B moderner Prägung auf: Ein smoother, langsamer Beat, Bass, E-Piano, akustische Gitarre und ein kleines Bisschen Synthesizerei reichen aus, um … ach, hört’s euch doch einfach selbst an!

The Secret,

der zweite Titel der EP “Voices”, ist im Vergleich dazu ein deutlich elektronischerer Vertreter seiner Zunft. Höher und tiefer gepitchter (für technisch und aksutisch Versierte genaugenommen “formantenverschobener”) Gesang, Vocodereinsatz, synthetische Arpeggien: Viele Elemente lupfen kurz den Hut vor den Erzeugnissen der frühen Elektronsichen Musik, vor Klaus Schulze, Jean-Michel Jarre, vor der Düsseldorfer und der Berliner Schule der EM. Im Mittelteil (dem “Ba-Dub-Ba-Dab”-Teil) erfolgt mit einem stampfenden, von 4/4-Beckenschlägen nach vorne gepeitschten Beat noch ein kurzer Gruß an die Vertreter der deutlich jüngeren Big-Beat-Fraktion, ehe sich im Zwischenteil mit einem Wobble-Bass in zeitgemäß dubsteppiger Weise ausgetobt wird. Ganz schön viel, für einen einzelnen Song? Nicht, wenn man es doch irgendwie unter einen Hut bekommt! Und wem das zu viele musikalsiche Fremdworte und krude Verweise waren, mag sich damit trösten, dass man das  ja auch alles ganz anders sehen kann – egal was der Künstler meint.

N’titled

ist eine Intrumentalnummer im trancig-ambientigen Stil. Tiefe Pianoklänge, sonarartige Noisesounds, 303iger Bass, hohes Synthgefrickel und dazwischen viel Licht und Luft buhlen um Aufmerksamkeit.

The Strong Refrains The Name

Immer wieder gern mal unterschätzt wird – das kann ich an dieser Stelle ja durchaus mal ausführen – der entscheidende Einfluss von Drumsounds auf die Wahrnehmung der Gesamtproduktion. Das vorliegende Oevre bietet Anschauungmaterial: Ein Großteil des klanglichen Ausgangsmaterial ist nämlich absolut handgemacht: Die von Beginn an sehr präsentent Percussions (Bongos, Schellenkranz, Triangel), vier Gitarrenspuren (funky Rhythmusgitarre, Slideguitar sowie zwei synchrone “Moooooap”-Rutscher) und noch Gesang. Trotzdem hat man mit dem Einsetzen der Drums und des Basses ein eher elektronisches Feeling. Spannend, nicht? Nein, nicht? Na dann halt nicht…! ;-)

Slowbreak

ist eine etwas chillige, ambientige Electronica-Nummer mit deutlichen Referenzen an die Elektronik-Pioniere der 70er. Das ganze Dingen schäumt über von Synthesizern, für die ich meine lang gehegte Leidenschaft noch einmal ganz neu entdeckt habe.

Inner Voices

ist ein Song, in dem sich zwei konkurrierende Basslines finden, die wechselweise um die die Vorherrschaft im Song kämpfen. Wer darin eine völlig unsubtile Widerspiegelung der textlichen Kräfteverhältnisse erkennen mag, ist sicherlich nicht auf dem Holzweg.

25. September 2012
von Henk
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Yep! Got ‘em!

Gutes bleibt. Das erzkoservative Ex-Motto von WDR4 stimmt natürlich nicht ganz, aber in vielen Fällen erweist sich Qualität als äußerst langlebig. Beim letzten Pimpen dieser kleinen Website hier war es mir leider nicht vergönnt, alle Inhalte wieder herzustellen, da in den vorhandenen Backups nur ein Teil der Texte aufzufinden war. So vielen einige Konzertberichte ganz weg, Infos zu Songs fanden sich arg gekürzt oder ganz weggedampft. Schluss damit!

Auf einer verborgenen Festplatte im Hause Henk Reisen fand sich, was sich in einem ordentlichen Haushalt nun einmal so findet: Alles wieder! Auf die sicherlich nicht geringe Gefahr hin, dass die olle Kamellen heute keinen mehr interessieren, mache ich mich trotzdem daran, die alten Inhalte wieder einzupflegen und die Webpräsenz zu vervollständigen. So viel Geschichtsbewusstsein muss doch sein ;-)

8. Juni 2012
von Henk
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Henks Helferlein (5) – Korg nanoKontrol (inkl. Overlay und Cubase-Template – free download)

Manches braucht ein wenig länger: Nachdem ich jetzt seit ca. 1996 mit dem großartigen Sequenzerprogramm “Cubase” der Hamburger Softwareschmiede Steinberg arbeite, bin ich die Tage auf eine grandiose Idee gekommen: Durch Tastaturkürzel kann man sich das Programm viel leichter bedienbar machen, anstatt dauernd nur mit der Maus herumzufuchteln. Wer hätte das gedacht? Da fiel der Groschen offenbar tatsächlich pfennigweise. Naja, besser spät als nie! Oder, um es mit einem beliebten Staatsmann aus dem Osten Europas zu fomulieren: Ich glaube, dass Gefahren nur auf diejenigen warten, die nicht auf die Veränderungen des Lebens reagieren.

Fast noch besser war meine mit nur ein paar Jahren Reifezeit wesentlich spontanere Eingebung, den schon vor Jahren von mir erworbenen Controller nanoKontrol von Korg, mit dem man viele Parameter eines beliebigen Audioprogramms steuern kann, endlich einmal richtig einzubinden. Ich also: mich in die Materie gefuchst, gelernt, was ein generischer Controller ist, MIDI-Steuerdaten übertragen, Listen ausgefüllt, und siehe da: So macht die Arbeit mit der DAW – der digital audio workstation, wie wir Klangtüftler sagen, in diesem Fall eben das eingangs erwähnte sexy Monster Cubase in der aktuellen Version 6.5 – erst so richtig Spaß.

Sicherlich leicht nerdig aber ungemein spaßig und praktisch ist es, sich dann in Photoshop noch eine Skin – auch Overlay genannt – zusammen zu basteln, die man ausdruckt und auf das Gerät auflegt, damit man die Tastenzuordnung leichter durchblickt. So sehe ich auf den ersten Blick, welchen Knopf ich drücken muss, um den Effekt-Sendeweg Nr. 3 stummzuschalten oder die Steilheit der Equlizerkurve an Punkt 2 ein wenig zu korrigeren. Whoaaaa…

Für alle, die auch mit Cubase und nanoKontrol arbeiten und sich die Einrichtung des generischen Controllers ersparen möchten, habe ich die notwendige XML-Datei, die ausdruckbare Overlay-Datei in der von mir verwendeten Version sowie in einer Version zur freien Gestaltung und ein Tabellendokument für die eigene Übersicht ins Netz gestellt. Alles findet ihr hier zum freien Download:

Download XML-Datei
(Diese Datei muss in Cubase unter “Geräte -> Geräte konfigurieren -> Gerät hinzufügen -> generischer Controller” im entsprechenden Feld für den generischen Controller importiert werden. Download einfach per Rechtsklick.)
Tabellen-Dokument
(Diese Datei ist nur für die eigene Übersicht bestimmt, damit man weiß, welchen Controllerelementen welche Funktionen zugeordnet sind. Download einfach per Rechtsklick.)

Download der Skins

Henks Controllerbelegung:

Das nackte Template zum Selberdrinrumbeschriften:

23. Mai 2012
von Henk
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Henks Helferlein (4) – Ferrofish Symphony

Nein, eine Orgel namens „Ferrofish Symphony“ gibt es natürlich nicht. Seit wenigen Tagen gibt es aber das Einzelexemplar einer Orgel, die in der Werkstatt von Rohstoff Design in Bottrop das Licht der Welt erblickt hat und aus drei Komponenten zu einem neuen System zusammengesetzt wurde.

Herzstück des Ganzen ist ein neues Hammond-Clone-Modul der Bonner Audioschmiede Ferrofish, die B4000+. Zugriegel, TFT-Display, sorgfältige Emulation aller klassischen soundformenden Hammond-Parameter – das kleine Ding kann jede Menge und klingt wirklich klasse. Puristen und Nostalgiker mögen traditionell anderer Meinung sein und nur THE REAL THING anbeten, aber die haben ja bereits an anderer Stelle ihr Fett weg bekommen. Die kleine Ferrofish-Modulorgel klingt toll. Punkt. Und spätestens, wenn man sie über einen Leslieverstärker spielt, ist das Hammond-Feeling voll und ganz da. (Ja, eine echte Bewegung im Raum ist durch die beste Emulation nicht zu ersetzen – obwohl ich die Leslieemulation der B4000+ gar nicht schlecht finde.)

Das  Orgelmodul wird zweimanualig von den billigsten aktuell erhältlichen Tastenbrettern mit MIDI-Anschluss und 49 Tasten angesteuert. Zwei Miditech Midistart 3 sind angemessen klapprig und weich, um gut das Spielgefühl einer alten Orgel herzustellen. Zumindest das Spielgefühl der defekten Elgam Symphony 200 Orgel, die als „Wirtstier“ den drei Kuckuckseiern ein Zuhause geben durfte: Völlig entkernt und um alle Orgeltechnik beraubt wurde das Chassis der Symphony 200 zum Träger der neuen Komponenten.

Dass alles so gut zusammenpasst, hat natürlich viel mit Glück, noch viel mehr aber mit dem Know-How, dem Können und der Kreativität der Jungens von Rohstoff Design zu tun. Wie die beiden gewerkelt und gefrickelt haben und noch für die fiesesten Probleme eine clevere und schöne Lösung parat hatten, war eine wahre Freude. Man beachte zum Beispiel die feinen Flexarbeiten, mit denen die Verblendung der Elgam so bearbeitet wurde, dass die Potis der B4000+ einzeln (!) Platz finden. Das größte Kompliment für die beiden Rohstoffler ist es aber, dass man ihre Arbeit eigentlich kaum wahrnimmt: Die Orgel erstrahlt bis auf den deutlich sichtbaren Ferrofish-Einbau weitgehend im optischen Orginalzustand. Meisterlich!

Nach ein paar abschließenden Lötkolbeneinsätzen, mit denen die Anschlüsse des Ferrofish ins Gehäuse der Orgel verlegt, die Stromversorgung sichergestellt oder die Leslieumschaltung auf einen der nun funktionslosen Schalter der alten Elgam-Orgel gelegt wurden, hieß es – Ta-taaaa: hier steht das neue  Sound- und Optikmonster für den ganz schmalen Geldbeutel. “Was hätte ich also für diese Orgel zu investieren?”, höre ich Malte Grabowski fragen. Ganz einfach:  Die Ferrofish B4000+ kostet rund 400,- Euro, die Tastenbretter jeweils 60,- Schleifen, ein Bisschen Kleinkram für vielleicht 20,- Tacken, eine alte Orgel findet man zur Selbstabholung überall für Noppes. Die Hilfe von Uli und Felix von Rohstoff Design: Unbezahlbar!

Nach ein paar Tagen des begeisterten Testens wird mir übrigens auch klar, welche Möglichkeiten in diesem Projekt eigentlich noch stecken. So ziemlich alle Parameter der B4000+ sind nämlich über MIDI steuerbar. Gleichzeitig habe ich in der Schalterkonsole der Elgam noch jede Menge unbelegte Schalter und Potis. Ich habe keine Ahnung wie man die elektrischen Steuersignale in MIDI-Daten umwandelt, aber da schreien doch zwei Sachverhalte danach, vereinigt zu werden. Wenn demnächst auch der Orgel-Drive, die Percussion-Einstellung oder die Zuschaltung von Hall oder Vibrato über die Elgam-Konsole gesteuert werden können, dann gibt’s überhaupt kein Halten mehr!

Hier gibt’s eine kleine Galerie mir Umbau-Bildern:

Galerie: Ferrofish Symphony

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Disclaimer: Die Unternehmen Rohstoff Design und Ferrofish sind aus persönlicher Wertschätzung und als eindeutige Weiterempfehlung verlinkt. Kauft dort! Zahlt tüchtig und pünktlich! Freut euch an den erworbenen Waren für lange, lange Zeit!

18. April 2012
von Henk
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Henks Helferlein (3) – Yamaha SK-20

In der Kategorie “Henks Helferlein” stelle ich heute den SK-20 vor, der bei den aktuell in der Mache befindlichen Tracks von Henk Reisen oft zum Einsatz kommt. Beim SK-20 handelt es sich um einen relativ unbekannten Ensemble-Synthesizer, den Yamaha 1979 herausgebracht hat. Watt is enen Ensemble-Synthesizer? Da stelle mer uns ma janz dumm…

Der Reihe nach: Ein Synthesizer ist ein elektronisches Musikinstrument, das vorangestellte “Ensemble” verweist auf den Zusammenklang mehrerer Sounds. So hat der SK-20 eine klassische Synthesizer-Sektion, eine Orgel-Sektion und eine Streicher-Sektion, die beliebig zusammen gemischt werden können. Diese drei Sektionen rechtfertigen wohl die Yamaha-Wortschöpfung “Ensemble-Synthesizer”.

Der Synthesizer-Teil ist recht primitiv. Rechteck- und Sägezahnwellen in unterschiedlichen Fußlagen (also Tonhöhen) können über ein einfaches, nicht selbstoszillierendes Filter gejagt werden. Das Ganze klingt trotz digitaler Schaltung recht satt und analog und ist dankenswerterweise polyphon – also mehrstimmig – spielbar, so dass nicht nur Bassläufe und Melodien, sondern Akkorde gespielt werden können. Der Sound geht stark in die Richtung des Synthesizersounds auf dem bekannten Live-Album von Mother’s Finest. Schön fett und funky, obwohl ein wenig Biss fehlt.

Die Orgel hat sieben Zugriegel, mit denen die unterschiedlichen Fußlagen stufenlos zugeregelt weden können und bekommt über den eingebauten Ensemble-Effekt (das hat mit dem oben genannten “Ensemble” nichts zu tun, sondern ist ein Chorus-ähnlicher Modulationseffekt) ein schönes Sirren und Schweben hinzu. Damit kann man schon ein paar wirklich brauchbare Orgel-Sounds erzielen.

In der Streichersektion geht’s primitiv zu, aber die sägezahnwellenartigen Klänge erinnern – über den Ensemble-Effekt gespielt – extremst an “Love Will Tear Us Apart”, so dass man auch hier glücklich werden kann.

Ein Yamaha SK-20 stand in den Achtziger Jahren im musikschuleigenen Proberaum meiner ersten Band, und auf der Suche nach einer Ergänzung für mein Live-Setup schien er nach meiner Erinnerung Jahre, ach was: Jahrzehnte später die beste Wahl. Auf der Bühne spielte ich zu der Zeit am liebsten Rhodes, Orgel, Streicher und einen Polysynth. Ein Rhodes hatte ich bereits, und den Rest könnte der SK-20 liefern – so dachte ich. Deshalb war ich vor ein paar Jahren sehr froh, bei Ebay endlich einen zu finden. Dummerweise wurde er bei der Anlieferung beschädigt, so dass der Live-Einsatz aus Gründen der mangelnden mechanischen Belastbarkeit nun nicht in Frage kommt. Jetzt konnt er nur im Studio zum Einsatz. Trotzdem: Tolles Gerät!

14. März 2012
von Henk
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Konzertberichte (5): Kaizers Orchestra – Zakk, Düsseldorf, 11. März 2012

Hmmmm… Als beste Live-Band der Welt werden die sechs Norweger vom Kaizers Orchestra auf ihrer – zugegebenermaßen erklärt parteiischen – deutschen Fanseite gepriesen. Zur Überprüfung derartiger Jubelarien war am gestrigen Sonntag ein Besuch im Düsseldorfer Zakk angesagt.

Frei heraus: Auch wenn man über den Superlativ natürlich immer trefflich streiten kann, ist das Fanurteil mit Sicherheit nicht völlig abwegig. Auch wenn Kaizers Orchestra mittlerweile deutlich poppiger – genau genommen brit-poppiger – daherkommen als zumindest von mir erwartet, haben sie von ihrer polka-, tango- und gypsy-inspirierten Spielfreude nullkommanix auf der Strecke gelassen. Schlagzeuger, Bassist und die zwei Gitarristen kommen sympathisch skandinavisch rüber, leicht nordisch-nerdig unterkühlt und gleichzeitig impulsiv. Der Sänger wirkt mit Hüftschwung und penetrantem Haarzurückstreichen deutlich klischeelatinohafter, hat durch seine souveräne Gesangsdarbietung und die routinierte und trotzdem sympathisch spontane Publikumsinteraktion massiv Pluspunkte gesammelt.

Heimlicher Star des Abends war aber natürlich der in der ersten Konzerthälfte gasbemaskte Tastenmann. Er gab den irren Autisten, der immer mal wieder sekundenlang starr auf Hände, Tasten oder irgendwas anderes glotzte oder das Publikum mit einem minutenlang perfekt aufgeführten Glühbirnenwechsel an der strickbeschirmten Stehleuchte auf seinem Piano ergötzte. Sein ganzer Abend schien wunderschön durchchoreografiert zu sein, und wer – wie ich – seine Augen nicht nonstop in seiner Nähe hielt, konnte sicher sein, irgendeine witzige Geschichte zu verpassen.

Wichtiger als all dieses sekundärtugendhafte „Rüberkommen“ bleibt natürlich die Musik. Auf diesem Feld bleiben Kaizers Orchestra allerdings ebenfalls nicht das Geringste schuldig. Gute bis großartige, extrem abwechslungsreiche Songs, die in tolle Arrangements gekleidet werden und mit einigen nicht neuen, aber schönen Bühnenideen zusätzlich aufgepeppt werden (Fässer und Felgen als Percussion, Megafoneinsatz, Umschnalltrommel): Was will man eigentlich mehr? Ich jedenfalls nichts.

„Danke, dass es Musik gibt!“ – Wenn man sich selbst mitten im Konzert bei diesem Gedanken erwischt, dann haben die Musiker ganz sicher nicht all zu viel falsch gemacht – und vielleicht sogar den Titel der besten Live-Band verdient. Wer weiß?

29. Februar 2012
von Henk
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Henks Helferlein (2) – Matrox TripleHead 2 Go

Analog boomt. Jeder Elektromusiker, der etwas auf sich hält, hat sich innerhalb des letzten halben Jahres mindestens einen der aktuellen Analogsynthesizer von Vermona, Dave Smith oder MFB zugelegt und auf Ebay bei fünf alten Analogsynthesizern aus den Siebzigern mitgeboten. Wer wie ich jemanden kennt, der aktuell dabei ist, ein Synthesizermuseum und einen Verein für elektronische Musik zu gründen, geht den andere Weg und trennt sich stattdessen von analogem Equipment.

“WAS???!!!??”, höre ich da nicht nur gefühlt sondern ganz real rufen, “Man verkauft doch keine alten Instrumente!” Doch, tut man, wenn man zu viele davon hat und sich vom Erlös schöne digitale Helferlein kaufen kann, die das Leben ungemein vereinfachen. Ich so die Tage: Kauf mir eine “Matrox TripleHead2Go”, eine kleine Box, auf die man ander einen Seite den Grafikausgang des PC, auf der anderen Seite drei Monitore anschließen kann. Für mich bedeutet das, dass ich aktuell mit einer Bildschirmauflösung von 3*1280 x 768, also insgesamt 3840 x 768 arbeite. Herbe, oder?

Seine Musiksoftware über drei Monitore laufen zu lassen und Arrangerfenster, Mixer, Effekte und Softwaresynthesizer immer auf einmal im Blick zu haben, spart wahnsinnig viel Auf- und Zuklick-Energie, erlaubt einem einen viel intuitiveren Umgang mit den virtuellen Geräten und ist einfach saucool. Wenn man die eingesparte Zeit und den gewonnenen Spielspaß in die Soundentwicklung und das Songwriting reinvestiert ist das millionenfach mehr wert als das ach so tolle Geschraube an analogen Gerätschaften. Nicht dass wir uns falsch verstehen: Neben mir steht immer noch einiges Analoges und ich möchte es nicht missen. Ohne meinen Roland SH-101 wäre ich aufgeschmissen, mein halbanaloger Yamaha SK-20 ist unglaublich inspirierend und die alte Elgam-Orgel sieht dermaßen spicy und spacy aus, dass es kracht.

Wer aber meint, dass es immer nur das “Echte” und “Wahre” von früher sein muss, damit es auch gut klingt, vergisst, worum es beim Musikmachen geht. Ein guter Koch kann aus einem alten Schuh nur sprichwörtlich ein Festmahl zaubern. Ein Musiker kann aber mit einer Kindergitarre und einem alten Mikrofon einen Monstersong kreieren, der rockt wie hulle. Ob der Hammondsound dann aus einer echten B3 oder aus einer digitalen Emulation kommt, interessiert doch keinen wirklich, Hauptsache ist, es orgelt richtig.

Hier bei Henk Reisen verhalten wir uns deshalb schön antizyklisch und komplett gegen die Mode. Und gezz muss ich ab an die Geräte…

Bis die Tage!
Henk

28. Februar 2012
von Henk
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Henks Helferlein (1)

Ta-Taaaaaa: Henk Reisen präsentiert hiermit eine neue Kategorie: Unter der Rubrik “Henks Helferlein” werden ab sofort in gewohnt unregelmäßiger Folge Hardware, Software, Synthesizer, Sampler, Gitarre, Orgelk, Plektren und sonstiger zum Einsatz gebrachte Kram unter die Lupe genommen. Vielleicht interessiert sich ja der ein oder andere dafür, ähnliches Instrumentarium an den Start zu bringen und kann mit meinen Kundenbewertungen etwas anfangen.

3. Februar 2012
von Henk
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Pressespiegel (2): “BEAT” unbestechlich und klar im Urteil (BEAT 2/2012)

Die “Beat“, ein Fachmagazin für Musik, Produktion und DJing, hat sich in der aktuellen Ausgabe die EP “Changes” vorgeknöpft und im Rahmen der Rubrik “Musiktipps aus dem Netz” gnadenlos abgeurteilt:

“Abseits der Clubs arbeitet Henk Reisen derweil am schönsten Song der Welt. Auf dem neuen EP-Album “Changes” finden sich sieben von nostalgischen Orgeln und lässigem Schlagzeug getragene Perlen zwischen Downbeat, Synthie-Pop, Lounge Jazz und Folktronica – Widerstand ist da zwecklos.”

Ich habe das Gefühl, dass man irgendwie auch schlechter wegkommen kann. Selbst hätte ich das sicherlich alles ganz anders formuliert, aber damit auch weniger schön. Merci, Herr Fischer!

23. Januar 2012
von Henk
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“Jetzt neu: Auf CD, LP und MC”…

… hieß es früher immer so schön in der Tonträgerwerbung, und beinahe passt dieser Spruch auch zur neuen EP “Changes”. Eine LP-Version ist zwar nicht in Sicht, aber mit CD, MC und Download ist die EP tatsächlich trimedial erhältlich.

Wer bei Bandcamp die MC- oder CD-Version kauft, bekommt übrigens den Download gratis dazu und spart sich damit das lästige Wandeln.