Henk Reisen

Eklektro-Akustik

Henks Helferlein (4) – Ferrofish Symphony

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Nein, eine Orgel namens „Ferrofish Symphony“ gibt es natürlich nicht. Seit wenigen Tagen gibt es aber das Einzelexemplar einer Orgel, die in der Werkstatt von Rohstoff Design in Bottrop das Licht der Welt erblickt hat und aus drei Komponenten zu einem neuen System zusammengesetzt wurde.

Herzstück des Ganzen ist ein neues Hammond-Clone-Modul der Bonner Audioschmiede Ferrofish, die B4000+. Zugriegel, TFT-Display, sorgfältige Emulation aller klassischen soundformenden Hammond-Parameter – das kleine Ding kann jede Menge und klingt wirklich klasse. Puristen und Nostalgiker mögen traditionell anderer Meinung sein und nur THE REAL THING anbeten, aber die haben ja bereits an anderer Stelle ihr Fett weg bekommen. Die kleine Ferrofish-Modulorgel klingt toll. Punkt. Und spätestens, wenn man sie über einen Leslieverstärker spielt, ist das Hammond-Feeling voll und ganz da. (Ja, eine echte Bewegung im Raum ist durch die beste Emulation nicht zu ersetzen – obwohl ich die Leslieemulation der B4000+ gar nicht schlecht finde.)

Das  Orgelmodul wird zweimanualig von den billigsten aktuell erhältlichen Tastenbrettern mit MIDI-Anschluss und 49 Tasten angesteuert. Zwei Miditech Midistart 3 sind angemessen klapprig und weich, um gut das Spielgefühl einer alten Orgel herzustellen. Zumindest das Spielgefühl der defekten Elgam Symphony 200 Orgel, die als „Wirtstier“ den drei Kuckuckseiern ein Zuhause geben durfte: Völlig entkernt und um alle Orgeltechnik beraubt wurde das Chassis der Symphony 200 zum Träger der neuen Komponenten.

Dass alles so gut zusammenpasst, hat natürlich viel mit Glück, noch viel mehr aber mit dem Know-How, dem Können und der Kreativität der Jungens von Rohstoff Design zu tun. Wie die beiden gewerkelt und gefrickelt haben und noch für die fiesesten Probleme eine clevere und schöne Lösung parat hatten, war eine wahre Freude. Man beachte zum Beispiel die feinen Flexarbeiten, mit denen die Verblendung der Elgam so bearbeitet wurde, dass die Potis der B4000+ einzeln (!) Platz finden. Das größte Kompliment für die beiden Rohstoffler ist es aber, dass man ihre Arbeit eigentlich kaum wahrnimmt: Die Orgel erstrahlt bis auf den deutlich sichtbaren Ferrofish-Einbau weitgehend im optischen Orginalzustand. Meisterlich!

Nach ein paar abschließenden Lötkolbeneinsätzen, mit denen die Anschlüsse des Ferrofish ins Gehäuse der Orgel verlegt, die Stromversorgung sichergestellt oder die Leslieumschaltung auf einen der nun funktionslosen Schalter der alten Elgam-Orgel gelegt wurden, hieß es – Ta-taaaa: hier steht das neue  Sound- und Optikmonster für den ganz schmalen Geldbeutel. “Was hätte ich also für diese Orgel zu investieren?”, höre ich Malte Grabowski fragen. Ganz einfach:  Die Ferrofish B4000+ kostet rund 400,- Euro, die Tastenbretter jeweils 60,- Schleifen, ein Bisschen Kleinkram für vielleicht 20,- Tacken, eine alte Orgel findet man zur Selbstabholung überall für Noppes. Die Hilfe von Uli und Felix von Rohstoff Design: Unbezahlbar!

Nach ein paar Tagen des begeisterten Testens wird mir übrigens auch klar, welche Möglichkeiten in diesem Projekt eigentlich noch stecken. So ziemlich alle Parameter der B4000+ sind nämlich über MIDI steuerbar. Gleichzeitig habe ich in der Schalterkonsole der Elgam noch jede Menge unbelegte Schalter und Potis. Ich habe keine Ahnung wie man die elektrischen Steuersignale in MIDI-Daten umwandelt, aber da schreien doch zwei Sachverhalte danach, vereinigt zu werden. Wenn demnächst auch der Orgel-Drive, die Percussion-Einstellung oder die Zuschaltung von Hall oder Vibrato über die Elgam-Konsole gesteuert werden können, dann gibt’s überhaupt kein Halten mehr!

Hier gibt’s eine kleine Galerie mir Umbau-Bildern:

Galerie: Ferrofish Symphony

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Disclaimer: Die Unternehmen Rohstoff Design und Ferrofish sind aus persönlicher Wertschätzung und als eindeutige Weiterempfehlung verlinkt. Kauft dort! Zahlt tüchtig und pünktlich! Freut euch an den erworbenen Waren für lange, lange Zeit!

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5 Kommentare

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  3. Hi
    Super Sache der Umbau. Ich denke die Ferrofish ist auch klasse möchte sie mir auch zulegen. Aber sag mal sind denn die Tasttaturen zu empfehlen?
    Ich habe im moment noch ein korg sp-250 oder ist es besser so ein Expander über eine orgeltastatur zu spielen. Ich hätte noch ne alte Psr 4500 Yamaha 20 Jahre glaubich . Was ist denn ein guter Vorschlag ?
    Nette Grüße Wolfgang (Wolli)

    • Oh je, entschuldige bitte die völlig verspätete Antwort! In einer Wolke aus mehreren Spam-Kommentaren habe ich deinen Kommentar nicht als das erkannt was er ist: Ein netter Beitrag und eine Bitte um Rat.

      Für Ersteres herzlichen Dank! Zu Letzterem kann ich kaum etwas sagen. Ich komme mit den Tastaturen gut zurecht, auch wenn sie relativ billig und klapprig sind. Für meinen Geschmack passt das aber gut, denn ich habe viele alte Orgeln in den Händen gehabt, deren Tastaturen auch nicht gerade das Gelbe vom Ei waren. Ich habe jedenfalls ein gutes Spielgefühl mit den Dingern.

      Ich bin – was dieses Thema angeht – aber auch kein guter Ratgeber. Mir macht es wenig aus, Pianos über weiche Synthesizertastaturen oder Orgeln über gewichtete Tasten zu spielen. Ich glaube, an deiner Stelle würde ich die Kombination mit dem PSR 4500 probieren, da die Tastatur nach meiner Erinnerung schön weich war und deshalb gut zum Orgeln passte.

      Schöne Grüße und viel Spaß mit dem Ferrofish!
      Henk

  4. Pingback: Noch ein neuer Hammond-Clone - Creamware lebt - Seite 5

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