Henk Reisen

Eklektro-Akustik

Henks Helferlein (3) – Yamaha SK-20

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In der Kategorie “Henks Helferlein” stelle ich heute den SK-20 vor, der bei den aktuell in der Mache befindlichen Tracks von Henk Reisen oft zum Einsatz kommt. Beim SK-20 handelt es sich um einen relativ unbekannten Ensemble-Synthesizer, den Yamaha 1979 herausgebracht hat. Watt is enen Ensemble-Synthesizer? Da stelle mer uns ma janz dumm…

Der Reihe nach: Ein Synthesizer ist ein elektronisches Musikinstrument, das vorangestellte “Ensemble” verweist auf den Zusammenklang mehrerer Sounds. So hat der SK-20 eine klassische Synthesizer-Sektion, eine Orgel-Sektion und eine Streicher-Sektion, die beliebig zusammen gemischt werden können. Diese drei Sektionen rechtfertigen wohl die Yamaha-Wortschöpfung “Ensemble-Synthesizer”.

Der Synthesizer-Teil ist recht primitiv. Rechteck- und Sägezahnwellen in unterschiedlichen Fußlagen (also Tonhöhen) können über ein einfaches, nicht selbstoszillierendes Filter gejagt werden. Das Ganze klingt trotz digitaler Schaltung recht satt und analog und ist dankenswerterweise polyphon – also mehrstimmig – spielbar, so dass nicht nur Bassläufe und Melodien, sondern Akkorde gespielt werden können. Der Sound geht stark in die Richtung des Synthesizersounds auf dem bekannten Live-Album von Mother’s Finest. Schön fett und funky, obwohl ein wenig Biss fehlt.

Die Orgel hat sieben Zugriegel, mit denen die unterschiedlichen Fußlagen stufenlos zugeregelt weden können und bekommt über den eingebauten Ensemble-Effekt (das hat mit dem oben genannten “Ensemble” nichts zu tun, sondern ist ein Chorus-ähnlicher Modulationseffekt) ein schönes Sirren und Schweben hinzu. Damit kann man schon ein paar wirklich brauchbare Orgel-Sounds erzielen.

In der Streichersektion geht’s primitiv zu, aber die sägezahnwellenartigen Klänge erinnern – über den Ensemble-Effekt gespielt – extremst an “Love Will Tear Us Apart”, so dass man auch hier glücklich werden kann.

Ein Yamaha SK-20 stand in den Achtziger Jahren im musikschuleigenen Proberaum meiner ersten Band, und auf der Suche nach einer Ergänzung für mein Live-Setup schien er nach meiner Erinnerung Jahre, ach was: Jahrzehnte später die beste Wahl. Auf der Bühne spielte ich zu der Zeit am liebsten Rhodes, Orgel, Streicher und einen Polysynth. Ein Rhodes hatte ich bereits, und den Rest könnte der SK-20 liefern – so dachte ich. Deshalb war ich vor ein paar Jahren sehr froh, bei Ebay endlich einen zu finden. Dummerweise wurde er bei der Anlieferung beschädigt, so dass der Live-Einsatz aus Gründen der mangelnden mechanischen Belastbarkeit nun nicht in Frage kommt. Jetzt konnt er nur im Studio zum Einsatz. Trotzdem: Tolles Gerät!

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