Henk Reisen

Eklektro-Akustik

Henks Helferlein (2) – Matrox TripleHead 2 Go

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Analog boomt. Jeder Elektromusiker, der etwas auf sich hält, hat sich innerhalb des letzten halben Jahres mindestens einen der aktuellen Analogsynthesizer von Vermona, Dave Smith oder MFB zugelegt und auf Ebay bei fünf alten Analogsynthesizern aus den Siebzigern mitgeboten. Wer wie ich jemanden kennt, der aktuell dabei ist, ein Synthesizermuseum und einen Verein für elektronische Musik zu gründen, geht den andere Weg und trennt sich stattdessen von analogem Equipment.

“WAS???!!!??”, höre ich da nicht nur gefühlt sondern ganz real rufen, “Man verkauft doch keine alten Instrumente!” Doch, tut man, wenn man zu viele davon hat und sich vom Erlös schöne digitale Helferlein kaufen kann, die das Leben ungemein vereinfachen. Ich so die Tage: Kauf mir eine “Matrox TripleHead2Go”, eine kleine Box, auf die man ander einen Seite den Grafikausgang des PC, auf der anderen Seite drei Monitore anschließen kann. Für mich bedeutet das, dass ich aktuell mit einer Bildschirmauflösung von 3*1280 x 768, also insgesamt 3840 x 768 arbeite. Herbe, oder?

Seine Musiksoftware über drei Monitore laufen zu lassen und Arrangerfenster, Mixer, Effekte und Softwaresynthesizer immer auf einmal im Blick zu haben, spart wahnsinnig viel Auf- und Zuklick-Energie, erlaubt einem einen viel intuitiveren Umgang mit den virtuellen Geräten und ist einfach saucool. Wenn man die eingesparte Zeit und den gewonnenen Spielspaß in die Soundentwicklung und das Songwriting reinvestiert ist das millionenfach mehr wert als das ach so tolle Geschraube an analogen Gerätschaften. Nicht dass wir uns falsch verstehen: Neben mir steht immer noch einiges Analoges und ich möchte es nicht missen. Ohne meinen Roland SH-101 wäre ich aufgeschmissen, mein halbanaloger Yamaha SK-20 ist unglaublich inspirierend und die alte Elgam-Orgel sieht dermaßen spicy und spacy aus, dass es kracht.

Wer aber meint, dass es immer nur das “Echte” und “Wahre” von früher sein muss, damit es auch gut klingt, vergisst, worum es beim Musikmachen geht. Ein guter Koch kann aus einem alten Schuh nur sprichwörtlich ein Festmahl zaubern. Ein Musiker kann aber mit einer Kindergitarre und einem alten Mikrofon einen Monstersong kreieren, der rockt wie hulle. Ob der Hammondsound dann aus einer echten B3 oder aus einer digitalen Emulation kommt, interessiert doch keinen wirklich, Hauptsache ist, es orgelt richtig.

Hier bei Henk Reisen verhalten wir uns deshalb schön antizyklisch und komplett gegen die Mode. Und gezz muss ich ab an die Geräte…

Bis die Tage!
Henk

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